Einhaltung der Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien

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Matthias
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Re: Einhaltung der Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien

Beitrag von Matthias » Di Sep 25, 2018 18:10

Hallo,
Njoerchie hat geschrieben:
Di Sep 25, 2018 15:47
Generell sollen die laut Richtlinien vorgeschlagenen Mindestmaße eingehalten werden.
In einigen Landkreisen schauen die Amtsveterinäre bei einem vorbei und vermessen die Terrarien.
Das können sie machen und dann kommentarlos wieder gehen. Es ist rechtlich nicht verbindlich - eben nur ein Gutachten und bestenfalls eine Empfehlung.
Gruß
Matthias

Njoerchie
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Re: Einhaltung der Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien

Beitrag von Njoerchie » Di Sep 25, 2018 22:41

Matthias hat geschrieben:
Di Sep 25, 2018 18:10
Das können sie machen und dann kommentarlos wieder gehen. Es ist rechtlich nicht verbindlich - eben nur ein Gutachten und bestenfalls eine Empfehlung.
Ich habe nun mehrfach läuten hören, dass es gerade im Raum Augsburg durchaus zur Untersagung der Haltung durch den Amtsveterinär kommen kann, wenn die Mindestmaße nicht passen.
Ich habe es nicht selbst erlebt, aber ich halte es durchaus für möglich. :-)

Rbn
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Re: Einhaltung der Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien

Beitrag von Rbn » Di Sep 25, 2018 22:49

Njoerchie hat geschrieben:
Di Sep 25, 2018 22:41
Ich habe nun mehrfach läuten hören, dass es gerade im Raum Augsburg durchaus zur Untersagung der Haltung durch den Amtsveterinär kommen kann, wenn die Mindestmaße nicht passen.
Na gut, dass die Bayern was Gesetze zur Tierhaltung angeht nicht mehr ganz frisch sind haben Sie ja Eindrucksvoll durch das wohl halterfeindlichste Gefahrtiergesetz der BRD bewiesen. Aber, dass selbst die Veterinäre schon fast willkürlich das Recht auslegen übertrifft beinahe die überaus amüsanten regelmäßigen geistigen Ergüsse unseres Innenministers zur Auslegung unserer Verfassung.

Spielverderber
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Re: Einhaltung der Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien

Beitrag von Spielverderber » Di Sep 25, 2018 23:11

Matthias hat geschrieben:
Di Sep 25, 2018 18:10
Es ist rechtlich nicht verbindlich - eben nur ein Gutachten und bestenfalls eine Empfehlung.
In der Theorie richtig. In der Praxis aber ein zweischneidiges Schwert. Worauf wird sich der Gesetzgeber und dessen ausführende Organe denn mangels einer rechtsverbindlichen Grundlage beziehen, wenn nicht auf die einzig verfügbare Richtlinie, nämlich das Gutachten des BNA? Wie sollte Deiner Meinung nach ein Halter in einem Rechtsstreit sinnvoll, glaubwürdig und in seinem Sinne zielorientiert für kleinere Terrarien argumentieren?

Rbn
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Re: Einhaltung der Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien

Beitrag von Rbn » Di Sep 25, 2018 23:16

Spielverderber hat geschrieben:
Di Sep 25, 2018 23:11
Wie sollte Deiner Meinung nach ein Halter in einem Rechtsstreit sinnvoll, glaubwürdig und in seinem Sinne zielorientiert für kleinere Terrarien argumentieren?
Bei ausgewählten Arten könnte dies möglich sein, gerade bei denen, bei denen das Gutachten viel viel zu große Terrarien veranschlagt. Wenn man wissenschaftliche Erkenntnisse vorbringen kann, die dem Gutachten von damals entgegenstehen, dann könnte das Erfolg haben. Sonst natürlich nicht. Und das ist grundsätzlich auch richtig so. Ich finde es lediglich willkürlich, dass die Vet´s sich blind auf das Gutachten verlassen ohne selbst die Haltungssituation fachlich kompetent bewerten zu können und dann ein Haltungsverbot aussprechen.

Spielverderber
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Re: Einhaltung der Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien

Beitrag von Spielverderber » Di Sep 25, 2018 23:31

Rbn hat geschrieben:
Di Sep 25, 2018 23:16
Bei ausgewählten Arten könnte dies möglich sein, gerade bei denen, bei denen das Gutachten viel viel zu große Terrarien veranschlagt.
Ich kann sicherlich jeden Mitarbeiter eines Veterinäramtes oder sonsteiner Behörde unter Fachliteratur begraben. Trotzdem fällt mir spontan keine Argumentationsgrundlage ein, die auf zu großen Terrarien laut des Gutachtens basieren könnte. Hast Du da bestimmte Arten im Hinterkopf? Python regius ist eventuell ein Streitthema, aber gerade da gab es bereits Gerichtsurteile gegen zu kleine Maße, sprich Rackhaltung.

Rbn
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Re: Einhaltung der Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien

Beitrag von Rbn » Di Sep 25, 2018 23:38

Unter Fachliteratur begraben. DAS will ich sehen!

Spielverderber hat geschrieben:
Di Sep 25, 2018 23:31
Hast Du da bestimmte Arten im Hinterkopf?
Eine spezielle Art nicht. Aber es gibt einige Baumbewohner, die in der Natur extremst Standorttreu sind, für die die Terrarien nach BNA Gutachten m.E.n. schon recht großzügig ausgelegt sind. Wenn ich nach einer Art suchen müsste könnte das eine Weile dauern.

Wir reden hier nicht von Rackhaltung. Dass das nicht unbedingt toll für die Tiere ist, will ich garnicht hinterfragen.

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Matthias
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Re: Einhaltung der Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien

Beitrag von Matthias » Mi Sep 26, 2018 18:53

Hallo,
Spielverderber hat geschrieben:
Di Sep 25, 2018 23:11
Matthias hat geschrieben:
Di Sep 25, 2018 18:10
Es ist rechtlich nicht verbindlich - eben nur ein Gutachten und bestenfalls eine Empfehlung.
In der Theorie richtig. In der Praxis aber ein zweischneidiges Schwert.
Da hast du natürlich recht - einfach wird das nicht. Ein Argument für die Abweichung könnte meiner Meinung nach die erfolgreiche Pflege (Haltung & Nachzucht) in abweichender Behältergröße sein. Ich sehe z.B. recht wenig Sinn in den meisten Maßen für z.B. baumbewohnende Schlangen. Oder, warum braucht eine Kornnatter doppelt so viel Platz wie eine gleich große, bodenlebende Natter?
Gruß
Matthias

Spielverderber
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Re: Einhaltung der Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien

Beitrag von Spielverderber » Do Sep 27, 2018 9:57

Wir können über Sinn und Unsinn des Gutachtens in Bezug auf die natürliche Lebensweise unserer Pfleglinge, sowie jahrelange Erfahrung in Terrarienhaltung, ausführlich reden. Mit den meisten Mitarbeitern der Veterinärämter kann man das nicht, weil die, nicht abwertend gemeint, null Erfahrung mit Reptilien haben und sich nur an Richtlinien orientieren können. Selbst Sachverständige, die gelegentlich mal hinzugezogen werden, sind nicht immer wirklich sachkundig. Ich habe erst kürzlich einen Bericht in irgendeiner Onlinetageszeitung gelesen, auf den mich ein Freund aufmerksam gemacht hat, wo sich ein von den Behörden hinzugezogener "Reptilienexperte" und "Kenner" mit dem Besitz eines "seltenen" Albino-Königspython rühmte. :roll:

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Vale_Hugo
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Re: Einhaltung der Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien

Beitrag von Vale_Hugo » Mo Okt 15, 2018 12:43

Hallo zusammen,

ich kann bei den meisten von euch genannten Arten zwar nicht mitreden aber ich denke schon, dass man sich in den meisten Fällen an den Mindestanforderungen orientieren sollte. (Ich schließe mal Giftschlangen aus meiner Meinung aus, da ich mich zu diesen einfach nie informiert habe und somit auch keine Ahnung hab.)

Ich kann erstmal nur von meiner Haltung sprechen. Wie bereits in anderen Threads geschrieben, habe ich eine Kornnatter. Die Mindesanforderungen sind hier 1x0,5x1. Ich denke gerade bei Kornnatter ist die Terrariengröße gar nicht so aussagekräftig, da es stark auf die Einrichtung, bzw. die Nutzung des "freien" Raumes ankommt (sicher bei anderen Arten ähnlich).
Ich bin dennoch der Meinung, etwas größer kann nicht schaden. Ich würde daher immer großzügig aufrunden was die Größe des Tieres angeht und somit ein etwas größeres Terra haben, als die Mindestanforderung vorgibt. Für meine (junge) Kornnatter (ca. 35cm, frisch vermessen) nutze ich derzeit ein 50x30x40 Terra. Das hat wie ich finde zwei Vorteile.. ich halte keine direkte Quarantäne (Einzeltier), sollten also Krankheiten, bzw. Parasiten auftreten, sind die Anschaffungskosten für das kleine Terra (mit Einrichtung) überschaubar. Außerdem kann ich das (kleine) Tier in einem kleinen Terra schneller erreichen, bzw. finden sollte es nötig sein.
Im Februar werde ich noch einmal eine Kotprobe machen und sollte diese negativ ausfallen, kommt der kleine Mann ab März in ein 120x60x120 Terra. Je nach Wachstum werde ich dieses dann nach ein paar Jahren nochmal vergrößern. Ich bin aber kein Freund von Übergrößen.. also Beispielsweise ein 1,20m Tier bekommt ein 200x100x200 Terra, aber 20cm drauf würde ich schon machen.

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