Was bedeutet 65% het albino

Diskussionen zu sonstigen genetischen Aspekten bei der Zucht

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Django108
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Beitrag von Django108 » Sa Mär 12, 2011 20:33

jaaber bin auch schon etwas raus..
gut dann bin ja jetzt schlauer geworden...
danke

Don Pedro
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Beitrag von Don Pedro » Sa Mär 12, 2011 21:09

Muss dann nicht ein Elternteil ein Albino sein..
Nein.
Ich erklär's Dir mal vereinfacht.
Es geht nicht um Gene, sondern um Allele - ein Gen besteht aus 2 Allelen.
Tragen beide Allele des entsprechenden Gens die Information für "Albino", ist das Tier sichtbar (man nennt das phänotypisch) ein "Albino".
Trägt nur ein Allel diese Information, ist das Tier eben nur het. für "Albino", und die Albino-Information wird vom anderen Allel, das die Information für wildfarben trägt, unterdrückt.
Es wird von jedem Elternteil die halbe Erbinformation weitergegeben. Ein "Albino" kann nur (immer nur in Bezug auf das entsprechende Gen) an alle Nachkommen ein Albino-Allel abgeben, weil ja das entsprechende Gen aus 2 Albino-Allelen bestehen muss. Jeder dieser Nachkommen ist also schon mal mindestens het für "Albino". Sind beide Elternteile "Albinos", sind in den Nachkommen demzufolge 2 Albino-Allele vorhanden und sie sind auch sichtbar "Albinos". Ein heterozygotes Tier (ein Albino-/ein wildfarben-Allel) gibt an die Nachkommen entweder das eine oder andere ab (Zufallsprinzip).
Deswegen können auch hets entstehen, wenn beide Elternteile , oder auch nur einer , hets sind.

Solltest Du Dich wirklich näher dafür interessieren, ist eine Beschäftigung mit den Grundregeln der Genetik unerlässlich - dabei lernst Du auch das Punnet-Square kennen, spätestens dann, wenn Du die Vorgänge aufzeichnest, wirst Du's verstehen.

Hier ist das einfach mit Worten und graphisch erklärt:
http://www.morelia-spilota.ch/index.php?aid=63

Don Pedro

Django108
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Beitrag von Django108 » Sa Mär 12, 2011 21:27

sorry wenn ich noch mal frage bin gerade durcheinander vllt auch weil es heute so stressig war..
also wenn ich jetzt ein 65 het albino und ein 100 het albino verpaaren würde..die tiere sehen beide wildfarben aus..würde wahrscheinlich der größte teil auch wildfarben sein aber es könnte auch sein das zb ein jungtier ein albino wird..klar wenn ich einen albino habe und den verpaare sind die chancen größer..
kann das echt nicht erkennen ob die het sein können...zb durch mehr weiß anteil..?
lg

truba
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Beitrag von truba » Sa Mär 12, 2011 21:35

Wen du diese Tiere verpaarst ist es "rel. einfach".

Entweder dein 65% het. albino ist trägt das Allel oder nicht.

Also angenommen er trägt es und du verpaarst ihn mit einem anderen 100% het. Tier wird bei entsprechender Gelegegröße und Glück mit Sicherheit ein (oder mehrere Albinos) dabei sein.

Trägt dein Tier doch kein Allel für Albinismus (die "35%" Chance) kommt auf keinen Fall ein albinotisches Tier heraus.

Und nein, du kannst es rein phänotypisch (äußerlich) nicht unterscheiden.
Dabei kommt es rein auf den genotyp (oben sehr gut erklärt) an.

MfG Thomas

Django108
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Beitrag von Django108 » Sa Mär 12, 2011 21:43

ah ok..
also ist das auch so ein bisschen glückspiel dann..
dann wäre es beim kauf solcher tiere natürlich hilfreich wenn man die eltern tiere sieht und die albino sind..da hat man dann bestimmt mehr sicherheit..
ich will jetzt nicht züchten vllt irgendwann mal wenn man er erfahrungen hat ist aus meiner sicht vernüftiger..
lg

Don Pedro
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Beitrag von Don Pedro » Sa Mär 12, 2011 21:44

Nein, man kann's nicht erkennen.
100% het Albino vergiss gleich mal wieder - das ist nur verwirrend.
Es gibt nur het Albino. Entweder ist das Tier heterozygot, oder nicht. Im ersten Fall natürlich zu 100%, im zweiten zu 0% - dazwischen gibt es nichts!
Die anderen Bezeichnungen mit den Bruchteilen resp. Prozentzahlen bezeichnen nur die Wahrscheinlichkeit, ob ein Tier heterozygot ist oder nicht. Deswegen schreibt man auch komplett 66%poss.het - possible = möglich.

Bei einer Verpaarung eines völlig normalen, wildfarbenen Tiers mit einem "het" bekommst Du nur wildfarbene Tiere, von denen aber die Hälfte heterozygot ist - nur sieht man's ihnen nicht an. Da lautet dann eben die Bezeichnung für alle Tiere dieses Wurfs 50% poss. het. Diejenigen, die tatsächlich hets sind (was nur durch Weiterverpaarung herausgefunden werden kann, sind es absolut, zu 100%.
Don Pedro

truba
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Beitrag von truba » Sa Mär 12, 2011 21:49

Ja und nein.

Zum Beispiel allein die Angabe 65% het. ist meiner Meinung nach Unsinn.
Entweder das Tier ist (100%) het. für ein Merkmal (hier Albinismus) oder es ist ebend lediglich ein "possible het.". Eine % Angabe bringt da gar nichts denn entweder das Tier ist het. für eine Anlage oder nicht.

Mit den poss. het ist es eine Art Glücksspiel. Der Rest ist rel. gut zu berechnen.
Die Berechenbarkeit allerdings bedeutet keinerlei Sicherheit weil die Natur ebend einen eigenen Kopf hat und sich nicht an prozentuale Verteilungen hält.

Und wie gesagt gibt es teilweise auch noch ganz andere Erbgänge (im Thread bereits genannt)

MfG Thomas

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Wuppnwech
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Beitrag von Wuppnwech » Sa Mär 12, 2011 21:53

Moin,

die Punnet-Quadrate sind für Laien anfangs etwas schwer verständlich.
Diese "66% poss. het für...." tauchen nur bei rezessiven Vererbungsgängen wie Albino, Ghost oder Piebald auf.
Bei allen rezessiven Vererbungsgängen gilt, dass beide Allele auf dem Gen die veränderte Mutation haben müssen, damit man den auch veränderten Morph auch optisch erkennen kann.
Wenn beide Allele also die gleiche Mutation (z.B. "Albino") haben, erkennt man das Tier erst als Albino.
Den genetischen Zustand nennt man homozygot für ....

Ist nur ein Allel von den beiden mit dem mutierten Allel vorhanden, dann erkennt man die mutierte Form optisch nicht, nicht bei rezessiven Erbgängen (bei dominanten und codominanten aber wieder doch).
Den genetischen Zustand nennt man heterozygot für .....

Ein wildfarbendes Tier, was heterozygot für Albino ist, unterscheidet sich also optisch nicht von anderen wildfarbenden Tieren ohne diese genetischen Eigenschaften.
Je nach genetischer Zusammensetzung der Elterntiere können sich aber erben die Wahrscheinlichkeiten, dass die Filialgeneration (also die Kinder) auch Erbgutträger der Mutation sind, verändern. Sehen kann man es ja nicht, also wird eine statistische Möglichkeit angegeben.
Es gibt 100%, 66% und 50%.

Dazu siehe folgenden Link:
http://www.dorka.de/Koepy/koepy.php?dat=rezessiv

Fahre mit der Maus über die Eltern-Paarungen, und du erkennst die optische und genetische Ausprägung der Filialgeneration.
Die Wahrscheinlichkeiten der prozentualen Anteile der genetischen Träger eines mutierten Gens steht dann jeweils dabei.

Ein 66%iges het-Albino-Tier ist ein Tier, was zu 2/3 die Möglichkeit besitzt, heterozygot zu sein und zu einem Drittel, es eben nicht zu sein.
Viele Grüße
Manfred Dorka

Don Pedro
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Beitrag von Don Pedro » Sa Mär 12, 2011 22:01

Entweder das Tier ist (100%) het. für ein Merkmal (hier Albinismus) oder es ist ebend lediglich ein "possible het.". Eine % Angabe bringt da gar nichts denn entweder das Tier ist het. für eine Anlage oder nicht.
Eigentlich schrieb ich nix anderes....

Django108
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Beitrag von Django108 » Sa Mär 12, 2011 22:02

hmm ok..viel zu lernen smile..
aber ist gut..
also wenn ich irgendwann mal albinos züchten möchte wie müsste ich am besten vor gehen..? wir waren ja heute in hamm und ich fand die preise für albinos echt hammer...
lg

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