Erfolgreiche Nachzucht Theraphosa stirmi

Diskussionen um Insekten, Spinnentiere und andere Wirbellose.

Moderator: Forenteam

Benutzeravatar
Manuel Reiss
Mitglied
Beiträge: 1786
Registriert: Di Sep 05, 2006 15:41
Wohnort: Nähe Heidelberg
Kontaktdaten:

Erfolgreiche Nachzucht Theraphosa stirmi

Beitrag von Manuel Reiss » Di Apr 09, 2013 13:05

Grüße euch,

nachdem ich hier auf glühenden Kohlen auf das Gelege meiner Morelia spilota cheynei und den Wurf der Crotalus atrox warte, fing die Saison dieses Jahr mit achtbeinigen Gesellen an.

Mein im Oktober verpaartes Theraphosa stirmi-Mädel baute am 08.02. diesen Jahres einen Kokon, welchen ich ihr heute morgen, 8 Wochen später, abnahm und öffnete. Zum Vorschein kamen 0.0.43 putzmuntere Larven, ein paar unbefruchtete Eier und auch eine Hand voll "verknorzelte" Gesellen. Ich habe die Tiere nun in 5er-Gruppen in Heimchendosen gesetzt, die ich mit leicht feuchtem Küchenkrepp ausgelegt habe. Die Dosen habe ich dann in eine dunkle Styropobox gestellt. So hoffe ich, dass alle kleinen Riesen wohlbehalten das erste Nymphenstadium erreichen :-D

Da es sich um meine erste Nachzucht einer Theraphosa-Art handelt und diese Tiere als nicht allzu einfach nachzuziehen gelten, freue ich mich natürlich umso mehr :-)

Achja, die Mama ist wohlauf und sitzt schon wieder lauernd in der Höhle. Am Wochenende gibts dann eine Frostmaus nach der langen Fastenzeit.

Beste Grüße,

Manuel

Bild 1
Bild 2
Bild 3

Benutzeravatar
Tequila
Mitglied
Beiträge: 1542
Registriert: Mi Mai 22, 2002 14:58
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Beitrag von Tequila » Di Apr 09, 2013 13:32

Herzlichen Glückwunsch! Bist Du regelmäßig auf der Börse in Hamm? Das wäre tatsächlich nochmal eine Vogelspinne, die mich für meine Tiersammlung reizen würde :).

Benutzeravatar
Manuel Reiss
Mitglied
Beiträge: 1786
Registriert: Di Sep 05, 2006 15:41
Wohnort: Nähe Heidelberg
Kontaktdaten:

Beitrag von Manuel Reiss » Di Apr 09, 2013 13:50

Tequila hat geschrieben:Herzlichen Glückwunsch! Bist Du regelmäßig auf der Börse in Hamm? Das wäre tatsächlich nochmal eine Vogelspinne, die mich für meine Tiersammlung reizen würde :).
Hi Tequila,

ich bin (leider) regelmäßig in Hamm, ja ;-)

Beste Grüße,

Manuel

MaikHSW
Mitglied
Beiträge: 5809
Registriert: Mi Apr 23, 2003 1:09
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Beitrag von MaikHSW » Di Apr 09, 2013 17:19

Hey.
Das ist mal ganz was anderes.
Danke für den Bericht.
Und natürlich erstmal herzlichen Glückwunsch.
Aber mal als Frage:
Muss man dem Weibchen den Kokon abnehmen und ihn öffnen?
Würden die Tiere das in Gefangenschaft nicht selbst machen?
Die Frage ist aus reiner Neugier und nicht vorwurfsvoll gemeint.



Gruß


Maik

Seriva Senkalora
Mitglied
Beiträge: 4371
Registriert: Di Mär 20, 2007 19:54

Beitrag von Seriva Senkalora » Di Apr 09, 2013 18:44

Uuuuuha, jetzt kann ich heute nacht nicht schlafen. *grusel*
Glückwunsch natürlich zur erfolgreichen Nachzucht.

Aber so ganz anfreunden kann ich mich den Achtbeinern wohl nie.

LG
Seriva

Michael-Kreuzer
Mitglied
Beiträge: 2623
Registriert: Fr Dez 06, 2002 0:00
Wohnort: Fuldatal bei Kassel
Kontaktdaten:

Beitrag von Michael-Kreuzer » Di Apr 09, 2013 19:15

Hallo Manuel,
auch von mir Glückwunsch zur gelungenen Nachzucht.
Viel Erfolg bei der Aufzucht.

Schöne Grüße

Michael

Benutzeravatar
Manuel Reiss
Mitglied
Beiträge: 1786
Registriert: Di Sep 05, 2006 15:41
Wohnort: Nähe Heidelberg
Kontaktdaten:

Beitrag von Manuel Reiss » Di Apr 09, 2013 20:06

MaikHSW hat geschrieben: Aber mal als Frage:
Muss man dem Weibchen den Kokon abnehmen und ihn öffnen?
Würden die Tiere das in Gefangenschaft nicht selbst machen?
Die Frage ist aus reiner Neugier und nicht vorwurfsvoll gemeint.
Gruß
Maik
Hi Maik,

nunja, es gestaltet sich bei Theraphosa-Arten leider so, dass die Weibchen den Kokon oftmals zwischen der 6-8 Woche ohne ersichtlichen Grund wieder auffressen. Dies ist auch der Grund, weswegen die Nachzuchten dieser Tiere so rar und preisstabil sind. Noch extremer verhält es sich da bei Therphosa blondi, am extremsten wohl bei Theraphosa apophysis.

Ich habe den Kokon also demnach schon länger bei der Mutter gelassen, als es ein Gros der Züchter machen. Aber allzu sehr wollte ich das Glück dann doch nicht herausfordern. Außerdem musst Du Dir vorstellen bis zu 100 kleine Spinnen aus einem Terrarium fangen zu müssen. Schon die Vorstellung macht keine Lust auf mehr *lach*

@ alle andern :

Danke für die Glückwünsche :-D Da fällt mir ein, dass ich einem von euch ja noch einen Anruf schuldig bin :oops:

Beste Grüße,

Manuel

P.S.: Meine PNs funzen (wie immer) nicht, Nachrichten also bitte direkt an meine Mailadresse manuelreiss1ATgmx.net

Benutzeravatar
nexxus
Mitglied
Beiträge: 4320
Registriert: Mo Sep 01, 2008 18:06
Wohnort: Lippe / NRW
Kontaktdaten:

Beitrag von nexxus » Di Apr 09, 2013 20:23

arachnophile Grüße zu dieser schaurigen NZ ...

Glückwunsch
All truths are easy to understand once they are discovered; the point is to discover them.

MaikHSW
Mitglied
Beiträge: 5809
Registriert: Mi Apr 23, 2003 1:09
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Beitrag von MaikHSW » Di Apr 09, 2013 20:33

Hey Manuel.
Also kann man die Theraphosa Arten so gar nicht vollständig natürlich nachziehen?
Also bei der Mutter belassen?
Sind Faktoren bekannt warum die Mutertiere den Kokon frisst?
So rein von der Zweckmäßigkeit hast du natürlich Recht, die ganzen Spiderlinge raussammeln ist müßig.
Hat es denn vom Verhalten her Folgen?
Bei Fischen hört man ja immer wieder, dass pflegende Arten, wo die Jungfische direkt weggenommen werden, ebenfalls schlechter bis gar nicht pflegen.

Was ist eigentlich mit deinem Männchen, wurde der nach Verpaarung zum Snack?



Gruß



Maik

Benutzeravatar
Manuel Reiss
Mitglied
Beiträge: 1786
Registriert: Di Sep 05, 2006 15:41
Wohnort: Nähe Heidelberg
Kontaktdaten:

Beitrag von Manuel Reiss » Mi Apr 10, 2013 8:56

Hi Maik,

grundsätzlich ist das sicherlich möglich, jedoch mit genannten Risiken verbunden. Und ob des "Wertes" geht kaum jemand dieses Risiko ein, zumindest wäre mir jetzt niemand bekannt. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Was nun genau die Gründe bei Theraphosa sind, weswegen sie dazu neigen einen fast fertigen Kokon zu vertilgen, darüber ist mir nichts bekannt. Du musst das Ganze hier auch im Kontext des "Marktes" sehen bzw. als Beispiel wie sich die Arroganz/Ignoranz der Terraristik letztendlich auswirkt.

Als ich mit den Vogelspinnen anfing, zahlte ich für mein erstes Theraphosa blondii (strimi und apophysis waren da noch nicht beschrieben) 15€. Ein bestimmtes Weibchen mit einer KL von guten 5cm. Und ein Wildfang. Zu dem Zeitpunkt wurden Blondis in allen Größen importiert und auf dem Markt verramascht, bzw. eher "verbraucht". Nachziehen? Für was, wenn man sie doch für n Appel und n Ei an jeder Ecke bekommt. Dann machten einige Länder in Südamerika, vor allen Dingen Brasilien, dicht und den Importeuren wurde der Hahn zugedreht. Plötzlich stand man da und hatte weiter eine enorme Nachfrage (ist ja schließlich immernoch die größte VS der Welt) aber nur makulative Erfahrungen mit der Nachzucht. Das ist jetzt gerade ein paar Jahre her. Hier ist also noch einiges nach zu holen. Aber ein tolles Beispiel dafür, wie wir uns manchmal ins eigene Fleisch schneiden. Zum Vergleich habe ich jetzt für zwei bestimmte Weibchen von T.blondii mit einer KL von 3cm 100€/Stk. gezahlt. Man kann nur hoffen, dass andere abgesammelte und verramschte Spezies wie Grammostola rosea, G. pulchripes usw. usf. das gleiche Schicksal ereilt.

Das Männchen hat die Paarung übrigens gut überstanden - Theraphosa neigen nicht zu Gattenmord. Aber ist schon ein spannendes Thema. Ich beschäftige mich in letzter Zeit gehäuft mit Haplopelma spec. und dort kommt es oftmals vor, dass das Männchen nach der Paarung zum Weibchen in die Höhle zieht. Kurz bevor sie den Kokon baut gibt er sich ihr dann letztendlich als letzte Mahlzeit vor dem Nachwuchs hin. Irgendwie eine seltsame, aber auch effektive Vorstellung.

Beste Grüße,

Manuel

Gesperrt