Echtpflanzen im Terrarium - soll ich mich trauen?

Diskussionen zur Einrichtung und Gestaltung von Terrarien und zur Gestaltung von Rückwänden

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Koala
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Echtpflanzen im Terrarium - soll ich mich trauen?

Beitrag von Koala » Fr Jun 14, 2019 8:04

Hallo Zusammen :-)

Mein Dschungelteppichpython (M. s. cheynei) ist mittlerweile ein Jahr alt. Momentan sitzt er noch in seinem 50er Würfel, der auch für ein Weilchen noch genug Platz bieten würde. Allerdings werde ich mir in diesem Jahr ein weiteres Tier anschaffen. Deshalb wird er sein großes Terrarium (120x70x100cm) schon jetzt bekommen, damit das neue Tier in den 50er Würfel einziehen kann. Das neue Terrarium werde ich wieder bei Lanzo Herp kaufen.

Ich hadere nun schon seit Wochen mit mir, ob ich es wagen soll, Echtpflanzen in das Terrarium einzusetzen. Ich finde sowas, wenn ich es auf euren Bildern sehe wirklich schön, allerdings fehlt mir bisher der Mut. Ich muss hinzufügen, dass ich keine Ahnung von Pflanzen habe. Meine Erfahrungen beschränken sich auf ein paar handelsübliche Zimmerpflanzen, die nicht mehr verlangen als "Gieß mich gelegentlich mal". Meine Sorge geht in die Richtung, dass falls mir im Terrarium sämtliche Pflanzen eingehen, es relativ schwierig werden könnte alles von Grund auf neu aufzubauen, weil das Terrarium dann ja bereits besetzt ist.

Zumal ich auch ohnehin noch keine Ahnung hätte, welche Pflanzen überhaupt hinein sollen und woher ich die passenden Exemplare für eine möglichst authentisch anmutende Habitatnachbildung bekäme. Aber das zu klären wäre schon der nächste Schritt...

Wie seht ihr das? Besser ein Terrarium mit Kunstpflanzen als schlimmstenfalls ein Habitat a la "Mad Max mit Schlange"?

Gibt es vielleicht dedizierte Literatur zum Thema, mit deren Hilfe ich mir ein Grundwissen aufbauen könnte? Ich scheue mich nicht vor einem Buchkauf, es kommt nicht auf ein paar Euro an.

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Seppuko
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Re: Echtpflanzen im Terrarium - soll ich mich trauen?

Beitrag von Seppuko » Fr Jun 14, 2019 8:51

Hallo Koala,

schön das es bei dir und deinem Python so gut klappt und du sein neues Terrarium schon am planen bist.
Da ich nicht weis wie sehr dein M.s.cheynei die Pflanzen belasten wird ( können ja richtige Dampfwalzen sein) musst du das natürlich für dich abwägen.

Aus der Literaturliste im Forum habe ich dir mal folgendes kopiert : Buch] Beat Akeret, Pflanzen im Terrarium. Anleitung zur Pflege von Terrarienpflanzen, zur Gestaltung naturnaher Terrarien und Auswahl geeigneter Pflanzen (Natur und Tier, 2015)

Ich persönlich bin ein großer Fan von echten Pflanzen und setze diese gerne in meine Becken, teilweise auch um sie mit Absicht vertrocknen zu lassen wie ich es bei meinen Aspidelaps mit einigen Gräsern getan habe.

Es gibt durchaus sehr robuste Pflanzen und vielleicht kannst du der Literatur ja einige Tipps entnehmen und deinen grünen Daumen für dich entdecken. Ich würde es an deiner Stelle probieren, denn neu befplanzen oder gegen Kunststoff tauschen geht auch im nachhinein weiterhin.

zum Schluss noch ein kleiner appetizer aus einem meine Naja samarensis Becken, dievorgestern frisch bezogen wurden.
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Gruß

Sascha

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Vale_Hugo
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Re: Echtpflanzen im Terrarium - soll ich mich trauen?

Beitrag von Vale_Hugo » Fr Jun 14, 2019 8:55

Hi,

also ich persönlich finde echte Pflanzen in einem Terra erstens schöner und zweitens auch authentischer. Ein weiterer Vorteil ist die "natürliche" Erhöhung der LF.

Efeu und Farne fühlen sich im warmen Terra Klima sehr wohl. Wenn dir die eingehen, ist höchst wahrscheinlich auch das Tier tot. (etwas übertrieben dargestellt) Ganz unterm Strich ist die Pflege von Pflanzen im Terra wesentlich einfacher als im Zimmer.

Als Buch kann ich folgendes empfehlen:
Pflanzen im Terrarium - Anleitung zur Pflege von Terrarienpflanzen, zur Gestaltung naturnaher Terrarien und Auswahl geeigneter Pflanzen - Beat Akeret von 2015

Ps.: Da war Seppuko wohl schneller :lol:

Octopus
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Re: Echtpflanzen im Terrarium - soll ich mich trauen?

Beitrag von Octopus » Fr Jun 14, 2019 9:47

Vielen Pflanzen geht es in Terrarien besser als in der Wohnung, weil das Klima eher ihrem Ursprungsort entspricht. Wichtig ist, die richtigen Pflanzen auszuwählen und ihnen genug Zeit zum wurzeln zu geben. Dazu entsprechendes Licht tagsüber. Ich würde mal auf Facebook in den Gruppen zu bioaktiven Terrarien suchen, da bekommt man viele Anregungen. Etwas mehr Platz ist auch meist nötig als bei Sterilhaltung.

Koala
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Re: Echtpflanzen im Terrarium - soll ich mich trauen?

Beitrag von Koala » Fr Jun 14, 2019 12:24

Vielen Dank für Eure Tipps, Anregungen und die Literaturempfehlung! Ich habe mir das genannte Buch direkt mal in der hiesigen Buchhandlung bestellt, bekomme es schon morgen. :-) Das werde ich mir erst einmal zu Gemüte führen und dann ggf. nochmal mit Fragen wiederkommen. ;-)

Seppuko, die Fotos sind klasse! Das Tier sieht auch wirklich fantastisch aus. :-)

ToBe
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Re: Echtpflanzen im Terrarium - soll ich mich trauen?

Beitrag von ToBe » Di Jun 18, 2019 20:59

Hi,

ich schließe mich den anderen bezüglich echter Pflanzen an. Man hört zwar immer, gerade bei Boiden, dass die Pflanzen früher oder später "plattgewalzt" werden, aber das stimmt so nicht. Es ist alles eine Frage der Pflanzenauswahl (wird das Terrarienklima vertragen; sind die Pflanzen robust) und vor allem auch des Standorts innerhalb des Beckens (wird die Pflanze durch entsprechende Strukturelemente gestützt; steht sie auf den häufig genutzten Kriechwegen der Insassen...)

In meinem regius-Becken beispielsweise gedeihen seit mehreren Jahren diverse Sansevieria, eine Dracaena und seit einem halben Jahr zusätzlich eine Zamioculcas. Und das, obwohl P. regius nun wirklich nicht pfleglich mit der Bepflanzung umgehen. Ab und an musste ich mal eine Pflanze austauschen, aber das Gros hält sich bisher. Da ist anfangs immer ein bisschen try-and-error nötig, das gehört dazu.

Bei vielen Haltern bewährt hat sich beispielsweise die als unverwüstlich geltende Efeutute. Relativ anspruchlos, was die Beleuchtung und Nährstoffversorgung angeht, und schnell wachsend. Dazu "relativ" habitatsnah, da diese ursprünglich auf den Salomonen beheimatete Pflanze mittlerweile auch in Australien vorkommen dürfte.

Abschließend würde ich dir noch die Draco Nr. 56 zum Thema "Terrariengestaltung" ans Herz legen. Darin ist ein Artikel von Daniel Renner über die Gestaltung und Bepflanzung eines wirklich sehr schönen Beckens für die von dir gehaltenen M. s. cheynei.

Viele Grüße und gutes Gelingen

Koala
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Re: Echtpflanzen im Terrarium - soll ich mich trauen?

Beitrag von Koala » Mi Jun 19, 2019 17:55

ToBe hat geschrieben:
Di Jun 18, 2019 20:59
Abschließend würde ich dir noch die Draco Nr. 56 zum Thema "Terrariengestaltung" ans Herz legen. Darin ist ein Artikel von Daniel Renner über die Gestaltung und Bepflanzung eines wirklich sehr schönen Beckens für die von dir gehaltenen M. s. cheynei.
Vielen Dank für den Tipp mit der Zeitschrift! Ich habe die Ausgabe 56 bestellt. Und zusätzlich noch die Nr. 42 "Terrarienbepflanzung", das kann auch nicht schaden. :-)

Die Entscheidung ist mittlerweile auch gefallen. Ich werde mich an den Echtpflanzen versuchen. :-) Außerdem werde ich auch probieren, Rück- und Seitenwände selbst zu gestalten. Bei dem kleinen Aufzuchtbecken habe ich ja nur Korkwände hinein geklebt. Das große Terrarium soll etwas mehr hermachen. Habe mir probeweise eine kleine Menge Material aus dem Baumarkt besorgt (Styrodur, Styropor, Fliesenkleber, PU-Schaum) und bastle im Moment einfach mal ein wenig damit herum. Nur um mal zu schauen, wie ich damit so zurechtkomme.

Das neue Terrarium ist schon bestellt und kommt in den nächsten 14 Tagen hier an, dann geht's los.

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