Tier selber einäschern?

Hier finden Diskussionen zum Thema Echsen statt.

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Opossum
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Tier selber einäschern?

Beitrag von Opossum » Mo Sep 08, 2014 23:04

Ich hoffe es ist ok das ich mich mit meiner Frage an dieses Forum wende, auch wenn es vllt unpassend ist! Danke

Aloha,

ich musste vor kurzem leider Abschied von meinem all geliebten Pantherchamäleon nehmen. Er war ein sehr wichtiger Begleiter während dieser Zeit und wird mir bis in alle Ewigkeiten in Erinnerungen bleiben.
Daher möchte ich Ihn nicht eingraben sondern Einäschern lassen und dies in einer kleinen Urne aufbewahren die ich bei mir behalten kann.
Allerdings bietet sich für mich nirgendwo die möglichkeit das von "Profis" machen zu lassen. Hat jemand von euch schonmal sowas gemacht? Wie macht man das am besten und wie kann ich die Asche einfangen lassen?

Mfg

Spielverderber
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Beitrag von Spielverderber » Mo Sep 08, 2014 23:25

http://www.tierisches-verzeichnis.de/Ti ... /index.htm

Was ich mich jedoch gerade frage, da es sich ja um eine geschützte/meldepflichtige Art handelt: über das ableben muß man die Meldebehörde eh informieren. In diesem Fall auch über den ganz speziellen Verbleib? Und muß man Herkunftsnachweis/Zuchtbeleg dann auf Lebzeiten bei der Urne aufbewahren?

Opossum
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Beitrag von Opossum » Mo Sep 08, 2014 23:34

Hey

Danke für die Antwort!

Ja angemeldet ist er mit Papieren etc., aber das ich beim Todesfall abmelden muss wusst ich ehrlich gesagt nicht. Muss ich da einfach beim Veterinäramt wieder anrufen und bescheid geben?

*EDIT: Naja der einzige in der 2er PLZ-Umgebung ist dennoch 2 Stunden entfernt :/ Deshalb war ja geplant das ggf. selbst zu machen

Spielverderber
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Beitrag von Spielverderber » Di Sep 09, 2014 0:47

Ich gebe zu, ich habe von der Materie herzlich wenig Ahnung und würde selbst auch nie einen solchen Weg wählen. Will ich mir ein verstorbenes Tier erhalten, würde ich eher über ein Präparat nachdenken. Aber jeder so, wie er mag.

Soweit ich als Laie beurteilen kann, was in einem Krematorium vorgeht, wird man als Privatperson wohl eher Schwierigkeiten haben, überhaupt die nötigen Temperaturen zu erreichen, von den Gegebenheiten und eventuellen rechtlichen Bedenken mal ganz abgesehen. So oder so, einfach den von mir genannten Link mal genauer anschauen, in Bezug auf "Dienstleister". Oft hat man die Möglichkeit der Urnenrückführung per Paketdienst. Warum sollte das auf dem Hinweg, natürlich nach Absprache und unter Beachtung einer angemessenen Verpackung, nicht ebenso möglich sein? Dein verstorbenes Tier wird ja sicherlich irgendwo gekühlt gelagert, anstatt irgendwo zu verwesen. Verstorbene Reptilien werden oft zu Sektionen geschickt und selten persönlich gebracht, alles kein Problem, warum nicht auch zum einäschern? Einfach mal mit Anbietern/Dienstleistern sprechen. Ansprechpartner gibt es ja doch erstaunlich viele.

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ShaiHuluD
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Beitrag von ShaiHuluD » Di Sep 09, 2014 9:41

Hallo!
Hast du keinen Tierarzt in der Nähe? Das kann ein einfacher "Wald-und-Wiesen-Tierarzt" sein, manche bieten den Kontakt zu Krematorien und auch Tierbestattern an und können so den Versand gewährleisten (Sammelabholung usw.), die Lagerung des Tieres in der Tiefkühltruhe wird dann ebenfalls geregelt bis zum Versand. Zu den Kosten kann ich dir nichts sagen, aber du könntest ja mal fragen ;-)
Selber einäschern halte ich auch für keine gute Idee, ich fürchte da fehlen einem Normalverbraucher die technischen Möglichkeiten, welche einem eine rechtlich korrekte Einäscherung ermöglichen.
Edit: http://de.wikipedia.org/wiki/Feuerbestattung schnell mal gewikipediat - betrifft zwar den Menschen, aber die Prozedur wird ähnlich sein. Temperaturen zwischen 900 und 1200°C :idea:

Opossum
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Beitrag von Opossum » Di Sep 09, 2014 13:02

Hallo,

Ah, ok, genau das war was ich schon befürchtete.. vielen Dank für die Antworten

Nochmal zur Meldepflichtigkeit - muss ich das Veterinäramt informieren über den Tod, also quasi das Tier abmelden?

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peregrinus
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Beitrag von peregrinus » Di Sep 09, 2014 13:36

Wenn du das Chamäleon wirklich "erhalten" haben möchtest, würde ich dir auch eine Präparation empfehlen.
Es ist allerdings nicht einfach, einen Präparator zu finden, der Reptilien gut umsetzt, und selbstredend auch nicht so günstig. Sollte dich das interessieren, kann ich dir evtl. einen guten empfehlen (PN).

Bei einer Bestattung muss man den Herkunftsnachweis wohl kaum aufheben, da (außer beim Präparat) das Tier in der Form nicht mehr nachweisbar ist.

Spielverderber
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Beitrag von Spielverderber » Di Sep 09, 2014 14:17

Opossum hat geschrieben:Nochmal zur Meldepflichtigkeit - muss ich das Veterinäramt informieren über den Tod, also quasi das Tier abmelden?
Ja, das Tier muß abgemeldet werden.
peregrinus hat geschrieben:Bei einer Bestattung muss man den Herkunftsnachweis wohl kaum aufheben, da (außer beim Präparat) das Tier in der Form nicht mehr nachweisbar ist.
In diesem Fall soll die Urne aber ja aufbewahrt werden, darum auch meine Frage.

Ich habe mal verstorbene artgeschützte Tiere an Leute abgegeben, die daraus unterschiedliche Präparate hergestellt haben. In allen Fällen habe ich sicherheitshalber Nachweise dazugegeben, so daß die Dokumentation auch über den Tod und die Abmeldung bei der Unteren Landschaftsbehörde hinaus nachzuvollziehen ist.

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peregrinus
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Beitrag von peregrinus » Mi Sep 10, 2014 1:19

Spielverderber hat geschrieben: In diesem Fall soll die Urne aber ja aufbewahrt werden, darum auch meine Frage.
Bei einem Präparat besteht weiter die Nachweispflicht. Bei Vögeln z.B. bleibt stets der Ring am Fuß, Papiere gehören ebenso dazu (Herkunftsnachweis, ggf. CITES, bei Wild z.B. Aneignungsbescheinigung usw.).
Bei einer Einäscherung ist aber vom Tier nichts mehr nachzuvollziehen, also auch nichts mehr zu "beweisen" mit einem Herkunftsnachweis. Ob die Asche ein Chamäleon, die Oma oder vom letzten Grillabend war, das lässt sich nicht nachweisen. ;-) Es liegt meines Wissens nach bei Verbrennen eine korrekte Tierkörperbeseitigung vor, das Tier ist danach also offiziell nicht mehr da.

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Mr. Monk
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Beitrag von Mr. Monk » Mi Sep 10, 2014 5:26

peregrinus hat geschrieben: Bei einem Präparat besteht weiter die Nachweispflicht. Bei Vögeln z.B. bleibt stets der Ring am Fuß, Papiere gehören ebenso dazu (Herkunftsnachweis, ggf. CITES, bei Wild z.B. Aneignungsbescheinigung usw.).
Das stimmt. Das gilt übrigens auch bei unseren geschützten Wildtieren. Man kann sich in Teufelsküche bringen, wenn man z.B. eine tote Eule mitnimmt um sie präparieren zu lassen.

Schöne Grüße
Pascal
„Wenn du etwas weißt,sage es; wenn nicht, gib dies zu. Das ist wahres Wissen.“

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